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"Erkenne Dich selbst !", so stand es schon einst über dem Orakel von Delphi.
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Nemesis' Hallen der Erkenntnis
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Angel of Darkness

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Registriert: 01.04.2004
Beiträge: 152

23.04.2004 - 03:22: Abschreckendes Beispiel | Zitieren Zitieren

Hierauf bin ich dann zufällig gestoßen,nicht interessant sondern abschreckend und was ich besonders schlimm finde, das die Gesetzgeber so gut wie keine Handhabe gegen soche Menschen haben.

Webseite des Grauens:Opferbilder gegen Bares
Das ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit: Ein zweifacher Mörder, der in den Niederlanden im Gefängnis sitzt, prahlt auf seiner Webseite mit seinen Taten und stellt zahlungskräftigen Usern gegen Bezahlung die Polizeifotos seines letzten Mordes online zur Verfügung. Unfassbar: Bisher können die Behörden sein schändliches Treiben nicht verhindern.
Der Fall, über den Spiegel Online in dieser Woche berichtet, klingt unglaublich: Martin K. hat zwei Menschen brutal ermordet und wurde für seine Gräueltaten zu 14 Jahren Haft verurteilt, die er momentan in den Niederlanden absitzt. Doch wer glaubt, die Gesellschaft sei vor diesem Mann nun geschützt, der irrt.

Zwar läuft der 37-Jährige nicht mehr frei herum, dafür bietet er jedoch auf seiner Webseite, die ein Freund für ihn erstellt hat, Texte, Fotos und Tonmitschnitte seiner Taten an. Und nicht nur das: Er schlägt aus dem Leid seiner Opfer auch noch Kapital. Denn wer einen Blick auf die Fotos vom Tatort werfen möchte, muss sich via Dialer für 1,86 Euro pro Minute einwählen.

Mit ekelhaft reißerischen Texten prahlt der Mörder online von seinen Taten: "Höre hier den Original-Mitschnitt des 112-Notrufs. Die Schüsse, die Schreie, den Mord. [...] 15 knallharte, nichts verhüllende, Original-Polizeifotos." Neben den Texten tragen Grafiken in Form von Einschusslöchern, Kugeln und einem Fadenkreuz zur höchst primitiven Aufmachung der Seite bei.

Wer sich auf das schmutzige Geschäft einlässt, bekommt schockierende Bilder des zweiten Mordes zu sehen, den Martin K. mit einem Revolver Kaliber 38 beging. Die Aufnahmen zeigen alle furchtbaren Details des Verbrechens: Das Haus des Opfers von außen und innen, die Blutspritzer auf den Möbeln und auch die Leiche in Großaufnahme, die mit dem Gesicht zum Betrachter gewandt in einer Blutlache liegt.

Dem holländischen Verbrecher geht dies aber noch nicht weit genug: Er bietet ebenfalls ein Tondokument an, das auf Knopfdruck den Original-Mitschnitt des 112-Notrufs abspielt, den die Freundin des Erschossenen tätigte. Auf dem Band ist nach einer längeren Pause, in der man nur ein Rauschen vernimmt, die verzweifelte Stimme einer Frau zu hören. Dann plötzlich Schüsse und Schreie...

Die Webseite des Mörders hat in den Niederlanden für heftige Entrüstung und Aufregung gesorgt. Martin K. sucht für seinen Online-Auftritt sogar noch Sponsoren. Eine Firma, die Prostituierte vermittelt, unterstützt ihn bereits.

Viele Menschen sind geschockt, dass es dem 37-Jährigen möglich ist, seine furchtbaren Verbrechen zur Schau zu stellen und sogar noch zu vermarkten. Das Gesetz in den Niederlanden ermöglicht es Verurteilten jedoch, auf die eigenen Ermittlungsakten zuzugreifen. Und aus eben diesen Akten stammen auch die Dokumente, die Martin K. auf seiner Homepage veröffentlicht hat.

Was bleibt, ist die quälende Frage nach dem Warum. Warum ist es dieser Bestie möglich, sich derart in Szene zu setzen? Warum greifen die Behörden nicht ein und nehmen die Horror-Seite endlich vom Netz?

Die Antwort ist nicht nur für die Angehörigen der Opfer ein Schlag ins Gesicht: Der Fall ist bisher in den Niederlanden einmalig und wird deshalb zurzeit juristisch überprüft. Spiegel-Online zitiert einen ehemaligen Polizisten, der wenig Chancen sieht, gegen die Homepage vorzugehen: "Wenn es die Ermittlungsakten von jemand anders gewesen wären, dann wäre es strafbar. Nur wenn der Mörder die Seite hinter Gittern auf einem Gefängnis-Computer erstellt hätte, gebe es eine Handhabe gegen ihn. Möglicherweise können nur die Angehörigen des Ermordeten des Geschäft mit den Polizeifotos stoppen."

Dass das Internet buchstäblich auch seine Schattenseiten hat, ist längst bekannt. Mit dieser Homepage des Grauens und vor allem deren Duldung, hat der Wahnsinn im Web jedoch eine neue Dimension erreicht.

Quelle:Spiegel
Angel of Darkness



Wenn du Tränen hast zum Weinen, dann Weine still und ungesehn. Weine nicht vor Menschenaugen, die deine Tränen nicht verstehn.

 
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Nemesis (M+)

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Registriert: 31.03.2004
Beiträge: 1238

24.04.2004 - 01:25: RE: Abschreckendes Beispiel | Zitieren Zitieren

Grüßt Euch !
Was es nicht alles gibt ... *Kopfschüttel* Es ist zwar immer eine schmale Gratwanderung zwischen notwendiger Zensur und Bevormundung, aber ob sowas wirklich im Sinne der Meinungsfreiheit sein muß ... ?

Was mich interessieren würde ist, warum Ihr diesen Artikel unter "Links" abgelegt habt, und nicht im Bereich Presse. Es gibt sicherlich für beide Varianten gute Gründe, mich würden Eure interessieren.

MfG, Euer Nemesis.

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"Damit ihr wißt, wie es ist, in der Hölle zu sein,
damit ihr wißt, wie es ist, nach Erlösung zu schrei´n,
nur deshalb komm´ ich zurück,
mit flammendem Blick,
ich nehm´ das letzte Streichholz
und verbrenne eure schöne, heile Welt!"
(Oomph!)

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Inanna

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Registriert: 04.04.2004
Beiträge: 39

04.05.2004 - 19:05: RE: Abschreckendes Beispiel | Zitieren Zitieren

@nemesis:

Vor allem, ob das der Sinn der "Pressefreiheit" bzw. "Medienfreiheit" sein soll?!
Wenn ich an all die Leute denke, die diese Rechte hart für die Nachwelt errungen haben, dann wird mir schlecht.
Dekadenz gibt es wirklich überall. Irgendwann werden wir daran verfaulen.


Inanna

----------------- Es gibt keine Welt an sich; es gibt nur eine Welt für mich.

 
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