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"Erkenne Dich selbst !", so stand es schon einst über dem Orakel von Delphi.
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Nemesis' Hallen der Erkenntnis
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gryffi

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Registriert: 28.05.2004
Beiträge: 398

09.11.2004 - 18:40: Sachtext zum Thema Information | Zitieren Zitieren

Ein Sachtext zum Thema Information, den ich in der Berufsschule für das Fach namens "Informationen analysieren" geschrieben habe.

Analyse des Begriffes Information


Einleitung
Anscheinend gibt es eine grosse Verwirrung um den Begriff Information, der mir in dieser Form bisher nicht aufgefallen ist. Vielleicht liegt es auch daran, dass wenn man gewisse Begriffe oft hört und sowieso jedem mehr oder weniger klar ist, worum es sich handelt, keine weitere Erklärung nötig ist. Sind wir uns allerdings im Klaren, was Information wirklich bedeutet? Benutzen wir Information in zu weit gefasstem Sinne oder sehen wir den Begriff gar zu eng?
Ich möchte versuchen auf diese Fragen eine Antwort zu finden.

Zuerst möchte ich allerdings noch, unbeeinflusst von weiteren Sichtweisen, kurz meine Definition zur Information niederschreiben.
Information lässt sich für mich schwer umschreiben. Wenn ich allerdings mit meinem Wissen an Grenzen stosse, hole ich mir mehr Informationen, also z.B. Hintergrundinformationen. Durch diesen Gedanken bin ich darauf gekommen, dass Information auch ein Sammelbegriff für viele Unterarten von Informationen sein kann, so zum Beispiel wie erwähnt Hintergrundinformationen, aber auch Fakten, Nachrichten und weitere. Vor allem die Wichtigkeit der Informationen braucht es abzustufen, denn nicht alle sind gleich notwendig. So können zum Beispiel zu viele Informationen irreführend und verwirrend sein. Ein Laie kann manchmal auch mit weniger Informationen zum Ziel kommen, dies scheint mir sehr wichtig.
Zur Herkunft des Begriffes Information
«Latein: informatio (Substantiv); informare (Verb)
„in“ und „forma“ --> einformen; etwas eine Gestalt geben.
entspricht dem deutschen „Bildung“;
Bildung durch Unterricht; Belehrung usw.; Bildung durch erläutern, erklären usw.,
kam 15. bis 16 Jh. in die deutsche Sprache
Der Informator war lange Zeit der Hauslehrer
Begriff fehlt in den Lexika des 10. Jh. vollständig»

Quelle: http://rosw.cs.tu-berlin.de/vo elz/PDF/InformationNEU.pdf

Synonyme zum Begriff Information gemäss „DUDEN – Das Bedeutungswörterbuch“
a) das Informieren: Ankündigung, Aufklärung, Meldung, Mitteilung
b) [auf Anfrage erteilte] über alles Wissenswerte in Kenntnis setzende, offizielle, detaillierte Mitteilung über jmdn., etwas: Angabe, Aufklärung, Aufschluss, Auskunft, Bescheid, Daten ‹Plural›, Fakten ‹Plural›, Info (ugs.), Mitteilung, Nachricht, Notiz.

Was braucht es für die Information
Für jede Art von Information braucht es mindestens fünf Bestandteile. Zum einen braucht es immer eine Quelle, dann einen Sender sowie einen Empfänger, das Gut, welches mitgeteilt werden will und die Übertragungsart, wie das Gut überhaupt übermittelt wird.
Die nackte Information beinhaltet das „Gut“, aber ohne die vier weiteren Bestandteile, kann sie nicht genutzt werden. Somit sind auch diese elementar.

Das Gegenteil von Information?
Stimmen aus dem Internet und Fernsehen:
„Literatur“, „Verdummung“, „Exformation“, „das Fehlen von Information“, „Redundanz, Resonanz - kurz: Geschwätz.“, „das Fernsehen“, „Gesundbeten“ (nach Ueli Maurer)

Exformation ist das Gegenteil von Information. Während bei gegebenen Informationen
alles gesagt worden ist - selten stellt der Hörer/Leser danach weitere Fragen - führt die
Exformation den Hörer bzw. Leser in ein Feld der Neugier und Visionen.
Quelle: http://www.wohlgemuth-media.de /html/kreativitaets_innovation s_felder.htm


Es gibt tatsächlich sogar Menschen, die Unterhaltung mit Information verwechseln. Sie vergessen dabei, dass Fernsehen das genaue Gegenteil von Information ist. Es muss ständig unterhalten, unterliegt strengen Zeitgrenzen und schielt mit beiden Augen gleichzeitig auf die Quote, um ein angemessenes Werbeumfeld zu schaffen
Quelle: http://www.tu-ilmenau.de/~thom asle/seminare/Talkshow.doc

Das Gegenteil von Information ist meiner Meinung nach das Fehlen von Information. Aber kann das Gegenteil von Information überhaupt eine Sache der eigenen Ansicht sein?

Ein Zitat noch von Noerretranders: "Bewusstsein hat in einem viel größeren Masse mit aussortierter als mit vorhandener Information zu tun. Es ist in ihm fast keine Information mehr übrig."

Informationsströme im Gehirn
Viele naturwissenschaftliche Experimente haben sich damit beschäftigt, wieviel Information der Mensch aufnehmen, verarbeiten und verbreiten kann. Dabei stellte sich etwas Unglaubliches heraus: "Die Zahlen sind gross. Das Auge sendet pro Sekunde mindestens 10 Millionen Bit ans Gehirn, die Haut 1 Million, das Ohr 100.000, der Geruchssinn weitere 100.000 und der Geschmackssinn ungefähr 1000 Bit. Alles in allem sind das mehr als 11 Millionen Bit/s. [...] Aus den Messungen ergibt sich, dass unser Bewusstsein um die 40 Bit/s erlebt. Es gibt sogar gute Gründe anzunehmen, dass diese Zahl zu hoch gegriffen ist. [...] Die Bandbreite des Bewusstseins ist viel geringer als die Sinneswahrnehmung."

Quelle: http://www.drogen-aufklaerung. de/texte/sachtext/bewusst05.ht m

Nun haben wir wieder viele Informationen, doch was schliessen wir daraus?

Wozu ist Information überhaupt nützlich?
Information ist notwendig, um Wissen zu erlangen, aber ohne Wissen gäbe es auch keine Information. Wir vermitteln einander Wissen durch Informationsaustausch und dies nennen wir lernen. Wir sortieren laufend Informationen aus und sind bemüht, die in unserer subjektiven Sichtweise Nonsens-Informationen auszusortieren.
Würde es denn einen Sinn machen, auf dieses Wort einfach zu verzichten, da es anscheinend völlig nichts sagend ist? Ich glaube, dass es wenig Unterschied macht, ob man diesen Begriff nun verwendet oder nicht. Der Grund ist simpel, auch wenn das Wort verschwindet, verschwindet nicht der Sinn der hinter diesem Wort steckt. Man müsste die ganze Philosophie des Denkens umkrempeln und neue Einteilungen schaffen, um den heutigen Begriff Information zu kategorisieren. Würde dies Sinn machen?
Für mich sind „Informationen“ eben immer noch gewollte Informationen. Grundsätzlich muss man sich um Informationen bemühen (dies kann auch durch einen Schulbesuch geschehen). Der Rest der Information ist sozusagen stillgelegt oder zum „nachschlagen“ da.
Für den Menschen und die Gesellschaft in der er lebt ist es wichtig wie gebildet, wie viel Wissen oder eben auch wie viel Informationen man aufzunehmen fähig ist. Entspricht man dem nicht, kann man von der Gesellschaft ausgegrenzt werden, allerdings trägt auch die Neugier des Menschen dazu bei, sich dem entgegenzusetzen. Wäre ein Leben ohne Information nicht schrecklich langweilig? Die Information ist ein Grundbedürfnis des Menschen, so sinnvoll oder nicht sinnvoll sie manchmal ist. Dies liegt immer im Auge des Betrachters.

Wie kommen wir heutzutage zu den Informationen, die wir wünschen?
Neben der Schule, die uns von klein auf die meisten Informationen geliefert hat, sind die Medien immer wichtiger geworden. Neben Fernsehen, Radio, Zeitungen und Zeitschriften hat auch das Internet immer mehr an Bedeutung gewonnen. Kein Tag vergeht, an dem wir nicht etwas in eine Suchmaschine eintippen… Wir sind sehr verwöhnt und haben den Luxus, wo und wann auch immer an etwelche Informationen zu kommen.
Vielleicht sind wir uns dem nicht bewusst, aber wir sind privilegiert, diese Möglichkeiten zu haben.
Leider gibt es viele andere Menschen, die diese Chancen nicht haben und ganz andere existentielle Probleme haben. Sie benötigen wiederum eine andere „Art“ von Informationen. Zum Beispiel wo es sauberes Wasser gibt, wann der nächste Wirbelsturm über das Land fegt, der nächste Vulkan ausbricht oder die nächste Hungersnot einsetzen wird, weil die Ernte schlecht war und so weiter. Diese Liste ist leider endlos.

Schlusswort
Wir sehen, dass praktisch jeder Mensch, aus fast jeder sozialen Schicht angewiesen ist auf Informationen. Je nach dem ändern sich die benötigten Informationen. Nicht benötigte Informationen werden ignoriert, nicht aufgenommen oder „gelöscht“.
Wir können nicht ohne Informationen leben, wenn wir ein lebenswertes Leben führen möchten. Die Langeweile und unsere Neugier zwingen uns, Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und weiterzugeben. Und ich hoffe für uns alle, dass es noch viel zu lernen und zu erfahren gibt. Informationen sei dank.

Sachtext zum Thema Information
27.09.2004
[c] Gryffi

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~The Lights At The End Of The Tunnel Are Only The Headlights Of An Incoming Train~



(Editiert am: 09.11.2004 18:44 von gryffi)
 
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Nemesis (M+)

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Registriert: 31.03.2004
Beiträge: 1238

10.11.2004 - 18:12: RE: Sachtext zum Thema Information | Zitieren Zitieren

Grüß Dich !
Ein guter Sachtext, ich hätte nur am Ende noch erwähnt, daß nicht nur Neugier oder Langeweile uns dazu treiben, uns zu informieren, sondern vor allem die Not(wendigkeit), wie Du es weiter oben ja erläutert hattest (Erdbeben, Hunger usw.).

Im Philo. - Seminar "Probleme der Informationsgesellschaft" haben wir uns mit ganz ähnlichen Fragen befaßt, vor allem mit dem Unterschied zwischen Information und Wissen und der Qualität von Informationen, gerade aus dem Internet. Dein Text enthält aber alle wichtigen Punkte, soweit ich das sehe. ;-)

MfG, Dein Nemesis.

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