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"Erkenne Dich selbst !", so stand es schon einst über dem Orakel von Delphi.
Möget ihr, die ihr hierher kommt, um nach Antworten auf die Fragen des Lebens zu suchen, bereichert von hier gehen.
Doch denkt auch daran: If you look too deep into the abyss, the abyss looks back into you ...
Nemesis' Hallen der Erkenntnis
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Nemesis (M+)

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Registriert: 31.03.2004
Beiträge: 1237

22.11.2005 - 04:44: Franz Kafka - Der Geier | Zitieren Zitieren

Franz Kafka
Der Geier

Es war ein Geier, der hackte in meine Füße. Stiefel und Strümpfe hatte er schon aufgerissen, nun hackte er schon in die Füße selbst. Immer schlug er zu, flog dann unruhig mehrmals um mich und setzte dann die Arbeit fort. Es kam ein Herr vorüber, sah ein Weilchen zu und fragte dann, warum ich den Geier dulde. »Ich bin ja wehrlos«, sagte ich, »er kam und fing zu hacken an, da wollte ich ihn natürlich wegtreiben, versuchte ihn sogar zu würgen, aber ein solches Tier hat große Kräfte, auch wollte er mir schon ins Gesicht springen, da opferte ich lieber die Füße. Nun sind sie schon fast zerrissen.« »Daß Sie sich so quälen lassen«, sagte der Herr, »ein Schuß und der Geier ist erledigt.« »Ist das so?« fragte ich, »und wollen Sie das besorgen?« »Gern«, sagte der Herr, »ich muß nur nach Hause gehn und mein Gewehr holen. Können Sie noch eine halbe Stunde warten?« »Das weiß ich nicht«, sagte ich und stand eine Weile starr vor Schmerz, dann sagte ich: »Bitte, versuchen Sie es für jeden Fall.« »Gut«, sagte der Herr, »ich werde mich beeilen.« Der Geier hatte während des Gespräches ruhig zugehört und die Blicke zwischen mir und dem Herrn wandern lassen. Jetzt sah ich, daß er alles verstanden hatte, er flog auf, weit beugte er sich zurück, um genug Schwung zu bekommen und stieß dann wie ein Speerwerfer den Schnabel durch meinen Mund tief in mich. Zurückfallend fühlte ich befreit, wie er in meinem alle Tiefen füllenden, alle Ufer überfließenden Blut unrettbar ertrank.

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You think you KNOW me ?! - You ain´t seen NOTHING yet !

"Damit ihr wißt, wie es ist, in der Hölle zu sein,
damit ihr wißt, wie es ist, nach Erlösung zu schrei´n,
nur deshalb komm´ ich zurück,
mit flammendem Blick,
ich nehm´ das letzte Streichholz
und verbrenne eure schöne, heile Welt!"
(Oomph!)

Phobos - Daimos - Thanatos

 
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Gast.

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23.11.2005 - 20:34: RE: Franz Kafka - Der Geier | Zitieren Zitieren

Danke für die Kurzgeschichte. Das Beispiel mit dem Vogel, der auf den Fuß einhackt habe ich aus einem Film, wo einer an einem Hochhaus klettert und dann kam plötzlich eine Taube und hat auf seinen Fuß eingehackt. Mir kommt es auch so vor das überall wo man hingeht irgendwo soeine menschliche Taube wartet. Die nur darauf wartet das Jemand wie ich irgendwann einmal dort vor beikommt, damit sie mir dann in den Fuß hacken kann. Wenn man mal genauer hinsieht, dann sieht man diese Tauben überall. Die ihre Lebensenergie nur aus Schadenfreude beziehen. Als hätte irgendweine Macht sie geschickt um einem das Leben schwer zu machen.

MfG

Mahatmas

 
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Gast.

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23.11.2005 - 21:04: RE: Franz Kafka - Der Geier | Zitieren Zitieren

Ein Tier was sich an der Lebensenergie anderer Menschen bereichert indem es sie quält und aussaugt und ihnen Schmerzen zufügt. Das nur davon lebt anderen Menschen Schmerzen zuzufügen. Wenn es das nicht mehr könnte, gäbe es für die Taube auch keinen Grund mehr weiterzuleben. Weil die einzige Freude, welche dieses Tier empfindet Schadenfreude ist. Das Leid des Einen ist die Freude des Anderen. Wie eine Art Energieverschiebung von Positiv und Negativ. Je schlechter es dem einen geht, desto besser geht es dem Anderen. So nach dem Motto wenn es mir schlecht geht, soll es dir noch schlechter gehen. Und wenn ich sehe wie schlecht es dir geht, dann geht es mir wieder gut. Ich persönlich kann mich nicht daran ergötzen wenn es einem anderen Menschen schlechter geht als mir. Aber es gibt leider viel zu viele Menschen dehren ganzes Denken und Handeln nur darauf abzielt, daß sie versuchen Anderen das Leben so schwer wie möglich zu machen. Eine menschliche Abart ein art von Mensch von denen ich leider schon viel zu viele kennengeernt habe. Besonders schlimm ist es wenn solche Menschen zu Mobben und sich mit Anderen gegen einen verbünden. Diese Art von Mensch treibt es meist so weit bis sich die Opfer dann sogar das Leben nehmen. Und selbst dann kennt diese Art von Mensch noch kein Mitleid und sucht sich ihr nächstes Opfer. Diese Menschen haben kein Mitgefühl und kein Gewissen. Für mich sind das keine Menschen, sondern einfach nur Tiere. Das die kleine Taube den Mann so verletzen konnte und der sich nicht dagegen wehren konnte. Ich glaube das diese Menschen die sich nur am Schaden des Anderen erfreuen, daß dies ganz kleine jämmerliche Kreaturen sind. Nur ihre Hinterlistigkeit gibt ihnen die Macht ihre taten auszuführen. Aber im tiefsten inneren wissen sie genau wie schlecht sie sind. Das sie für alles einmal bestraft werden. Soein Verhalten zeigen nur Menschen die sich durch echte Größe keine Aufmerksamkeit verschaffen können. Dehren einziges Mittel es ist Größe zu beweisen, indem sie Andere erniedrigen. Ein Mensch mit echter Größe hat es garnicht nötig zu solchen hinterlistigen narzistischen Methoden zu greifen. Nur im Inneren kleine Menschen greifen zu solchen Mitteln um nach Außen hin eine Fassade der Überlegenheit vorzutäuschen. Des Triumpfes. Aber im Innersten kennt Jeder die Wahrheit ganz genau. Also was diese kurzgeschichte wohl sagen wollte war, daß das minderwertige kleine sich eher dazu genötigt sieht zu dem Waffen zu greifen als das was offensichtlich und unscheinbar über wahre Größe verfügt. Größe macht den Menschen Angst. Ob es nun innere spirituelle Größe ist oder nur äußere. Es wird immer nur das große angegriffen nie das kleine. Die World Trade Center Türme. Eigendlich haben die niemanden etwas getan. Aber die großen Symbole sind immer die Hauptangriffspunkte von denen die es nicht ertragen können im Schatten zu stehen. Wenn die Terroristen menschliche Größe besessen hätten, dann hatten sie darauf verzichtet diese Attentate auszuführen. Echte Größe beweist man nur dadruch indem man darauf verzichtet hinterlistig zu sein. Und wenn die Amerikaner tatsächlich hinterlistig sind, dann haben die Terroristen sich durch die Anschläge mit diesen Amerikanern auf eine Stufe gestellt. Ich bin der Auffassung, daß alles was man erreicht. Ob das Beliebtheit oder viel Geld ist. Das man sich alles das nur auf ehrliche Art und Weise aneignen darf. Nicht auf hinterlistige Art und Weise oder indem man Anderen schadet die sich nicht dagegen wehren können. Das man sich nicht am Leid Anderer bereichern darf. Nur dann beweist man echte Größe in seinem Leben. Anderfalls betrügt man sich selbst und Andere.

MfG

Mahatmas

 
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Gast.

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23.11.2005 - 21:11: RE: Franz Kafka - Der Geier | Zitieren Zitieren

Wahre Größe zeigt man nur durch den Verzicht auf Gewalt.

MfG

Mahatmas

 
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