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Nemesis' Hallen der Erkenntnis
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Nemesis (M+)

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28.09.2009 - 16:09: Auch Kinder, vor allem Mädchen, bekommen Depressionen | Zitieren Zitieren

Kind 28.09.2009
Mädchen häufiger betroffen als Jungen

Depressionen kommen im Kindesalter bei Mädchen und Jungen etwa gleich häufig vor. Erst in der Pubertät zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern.


Immer mehr Kinder leiden unter Depressionen, und nicht selten bekommt ihr Umfeld nichts davon mit. Lange Zeit nahmen Experten an, Kinder und Jugendliche könnten überhaupt nicht depressiv werden. Mittlerweile weiß man, dass Kinder ebenso von der Erkrankung betroffen sein können wie Erwachsene. Im Unterschied zu erwachsenen Betroffenen wirken sich Geschlechtsunterschiede jedoch gerade bei Jugendlichen stark auf die Erscheinung und den Verlauf der psychischen Erkrankung aus.

Mädchen erkranken doppelt so häufig
In der Kindheit kommen Depressionen bei Jungen und Mädchen etwa gleich häufig vor. In der Pubertät jedoch weisen Mädchen zahlreichen Untersuchungen zufolge ein doppelt so hohes Erkrankungsrisiko auf. Zudem scheint das Risiko einer Erkrankung in jüngeren Jahren einzusetzen.

Mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter sind junge Frauen außerdem anfälliger für Rückfälle, haben häufiger schwere depressive Episoden, erfahren eine stärkere Beeinträchtigung durch die Erkrankung und entwickeln leichter eine chronische Depression, die im Erwachsenenalter fortbesteht. Diese Unterschiede werden im mittleren und höheren Lebensalter geringer, und die Depressionsraten der Geschlechter gleichen sich an..

Bisher ist nicht ausreichend erforscht, wieso Jungen und Mädchen in der Pubertät derartig unterschiedlich anfällig für die Entwicklung einer Depression sind.

Sicher scheint zu sein, dass männliche Jugendliche andere Strategien benutzen, wenn sie in der Pubertät mit dem Druck konfrontiert sind, eine eigene Identität zu entwickeln und zusätzlich mit ihrer Sexualität, den physischen, hormonellen und intellektuellen Veränderungen und der allmählichen Loslösung von den Eltern zurechtkommen müssen. Außerdem scheinen junge Frauen stärker mit den physischen Veränderungen ihres Körpers und dem Wandel ihres Selbstbildes zu kämpfen haben.

Jungen zeigen andere Symptome als Mädchen
Depressionen treten in der Kindheit bei Jungen und Mädchen oft unterschiedlich zutage. Depressive Mädchen ziehen sich oft zurück, sind still und schüchtern, neigen zum Grübeln und zu Selbstzweifeln, sind bedrückt und unsicher und gehen Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen aus dem Weg.

Ganz anders verhalten sich depressive Jungen. Sie haben Probleme, mit ihrem Umfeld in Kontakt zu treten, sind häufig sozial isoliert, fallen in der Schule durch Lernhemmung und schlechte Leistungen auf und reagieren häufig aufbrausend auf Auseinandersetzungen.

Schwierigkeiten wie plötzliche Aggressivität und Schulschwänzen sind häufig die Anzeichen einer Depression bei Jungen und männlichen Jugendlichen, wobei sich die Erkrankung nicht selten hinter dem Konsum von Alkohol und Drogen verbirgt.

Mädchen und Jungen entwickeln jedoch nicht nur geschlechtsspezifische Symptome, sondern sprechen auch unterschiedlich auf die Behandlung der Depression an. Die entsprechenden Unterschiede im Kindes- und auch Erwachsenenalter sind bisher nicht ausreichend untersucht.

Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass biologische und psychologische Gegebenheiten einen Einfluss auf die Erfolgschance der Behandlung haben. Weitere Studien sollen diesen Sachverhalt abklären. .

Quelle: Nach Informationen von Elizabeth B. Weller, Angelica Kloos, Joon Kang und Ronald A.Weller: Depression in Children and Adolescents: Does Gender Make a Difference. Current Psychiatry Reports 2006, 8:108?114

© Lifeline.de

Quelle: GMX.de

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"Damit ihr wißt, wie es ist, in der Hölle zu sein,
damit ihr wißt, wie es ist, nach Erlösung zu schrei´n,
nur deshalb komm´ ich zurück,
mit flammendem Blick,
ich nehm´ das letzte Streichholz
und verbrenne eure schöne, heile Welt!"
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Nemesis (M+)

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Beiträge: 1238

09.12.2014 - 19:12: RE: Auch Kinder, vor allem Mädchen, bekommen Depressionen | Zitieren Zitieren

"Jedes Tief ist anders": Wenn Kinder in Depressionen abrutschen
Aktualisiert am 09. Dezember 2014, 14:01 Uhr

Keine Lust aufzustehen, Freunde zu treffen oder in die Schule zu gehen. Depressive Kinder und Jugendliche kämpfen tagtäglich gegen ihren Schwermut an.


Ein zarter Händedruck, ein schüchterner Blick. Nur leise kommen die Worte aus Annabels Mund. "Vor zwei Jahren hat es angefangen. Ich hatte keine Lust zu nichts, wollte nur im Bett liegen. Ich war sehr traurig." Annabel (Name geändert) wendet ihren Körper ab. Nur ein kurzer Augenkontakt, dann huscht ihr Blick zu Boden. Ein unsicheres Lachen. Dann Stille.

Annabel ist 14 Jahre alt und depressiv. Heute wissen es ihre Mitschüler, besten Freunde und ihre Mutter. Ihr hat sich Annabel erst spät anvertraut. "Am Anfang habe ich ihr Verhalten auf die Pubertät geschoben. Doch irgendwann waren die Stimmungsschwankungen nicht mehr normal", berichtet die Leipzigerin. Vor einem Jahr haben Mutter und Tochter dann professionelle Hilfe gesucht. Seitdem steht die Diagnose Depression.


Immer mehr Jugendliche mit Depressionen

Bei immer mehr Kindern und Jugendlichen wird mittlerweile eine Depression diagnostiziert, wie Statistiken zeigen. Danach leidet jeder 20. Jugendliche bundesweit daran. Schaut man auf die stationären Klinikaufenthalte, hat sich die Zahl sogar versechsfacht. Im Jahr 2000 zählte das Statistische Bundesamt noch 2.145 Fälle in Deutschland. Zwölf Jahre später wurden 12.567 Jugendliche wegen einer Depression stationär behandelt. Auch Annabel war fünf Monate lang in einer Tagesklinik.

Der Kinder- und Jugendpsychologe Prof. Martin Holtmann vom Universitätsklinikum Hamm erklärt sich diesen Anstieg nicht allein mit einer verbesserten Diagnostik und größerer Bereitschaft, sich mit dieser Krankheit auseinanderzusetzen. "Auch höhere Leistungsanforderungen in der Schule sowie Veränderungen im Familienbild können eine Depression begünstigen", sagt Holtmann. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) verweist auf das frühere Eintreten der Pubertät, das die Wahrscheinlichkeit einer Depression wiederum erhöht.


Depression hat häufig mehrere Auslöser

Was genau eine Depression auslöst, lässt sich selten herausfinden. Oftmals ist es ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Das könne von Stress in der Schule bis zur Trennung der Eltern reichen, so Holtmann. Auch Annabel kennt die Gründe für ihre Depression nicht genau. "Schulisch und persönlich" flüstert sie. Mehr verrät die Realschülerin nicht.

Ihre Mutter ist ratlos: "Ich sage ihr immer wieder, sie muss mir das erklären. Ich kann mich nicht in ihre Lage versetzen." Doch Annabel schweigt. Sie vertraut sich anderen an. Auch zu ihrem Psychologen musste sie erstmal Vertrauen fassen. Heute geht sie einmal die Woche zu ihm, spricht über ihr Gefühlsleben, über das, was sie belastet. Ab und an ist auch ihre Mutter dabei. Denn die Psychotherapie von Kindern ist auch immer eine Familienbehandlung, weiß Holtmann. Annabels Mutter bleibt dennoch oft hilflos zurück. "Wenn ich denke, jetzt sind wir auf einem guten Weg, dann fällt Annabel wieder in ein Loch."


Mutter hat Angst um ihre Tochter

Damit umzugehen, fällt beiden schwer, Mutter und Tochter. "Jedes Tief ist anders", sagt Annabel fast entschuldigend. Es fange bei ihr immer mit schlechter Laune an und dann setze es sich fest, versucht sie zu erklären. Manchmal würden schon Schlafstörungen reichen. Sie sind ein Symptom der Krankheit neben Konzentrationsproblemen, Antriebsarmut und vermindertem Selbstvertrauen. "Sie denkt, sie ist nichts wert und alle haben sich gegen sie verschworen", erzählt ihre Mutter fassungslos. Woher diese schweren Gedanken kommen, weiß sie nicht. Sie hat Angst um ihre Tochter, versteht nicht, was in Annabel vorgeht.

Vielleicht könne ihr der Austausch mit ebenfalls betroffenen Eltern helfen, sagt Julia Ebhardt, Projektleiterin von Fideo, einer Internetplattform zum Thema Depression. Auf Fideo (Fighting Depression Online) können Angehörige und Betroffene anonym diskutieren und sich über die Krankheit informieren. "Viele Jugendliche quälen sich mit Themen wie Mobbing, schlechten Schulnoten oder dem Umgang mit ihren Eltern", sagt Julia Ebhardt.


Selbstmord-Gedanken

Annabel will sich nicht mit Fremden beraten. Es fällt ihr schwer. "Dafür redet sie mit anderen depressiven Jugendlichen, die sie aus der Therapie kennt. Das gefällt mir gar nicht!", sagt Annabels Mutter. "Ich weiß nicht, worüber sie reden und ob sie sich auf dumme Gedanken bringen", fügt sie hinzu. Dumme Gedanken sind Selbstmord-Gedanken. Nicht selten bei depressiven Jugendlichen, erklärt Kinder- und Jugendpsychologe Holtmann. Annabel ist verstummt. Schüttelt nur abwehrend den Kopf. Ein letztes Lächeln, ein Händedruck und sie huscht in ihr Zimmer.

© dpa

Quelle: GMX.de

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damit ihr wißt, wie es ist, nach Erlösung zu schrei´n,
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