sign up! webstats forums guestbooks calendars
"Erkenne Dich selbst !", so stand es schon einst über dem Orakel von Delphi.
Möget ihr, die ihr hierher kommt, um nach Antworten auf die Fragen des Lebens zu suchen, bereichert von hier gehen.
Doch denkt auch daran: If you look too deep into the abyss, the abyss looks back into you ...
Nemesis' Hallen der Erkenntnis
Seite: 1 Antworten Antworten
Verfasser Beiträge
Nemesis (M+)

Avatar

Registriert: 31.03.2004
Beiträge: 1238

08.03.2011 - 02:14: Neuer Roboter ist Meilenstein auf dem Weg zu einer KI | Zitieren Zitieren

07.03.2011, um 08:11 Uhr
Warum dieser Roboter Wissenschaftler begeistert

Das Maschinenwesen PR2 ist mehr als ein niedlicher Apparat: Ingenieure feiern es als erste erfolgreiche Etappe auf dem Weg zur künstlichen Intelligenz.

Autor: Harald Czycholl


Jeder weiß: Kaum etwas lässt sich leichter falten als ein Handtuch. Die Erfindung, die US-Forscher von der University of California in Berkeley (UCB) gemacht haben, klingt also nicht gerade, als hätte die Menschheit ungeduldig darauf gewartet: Die Forscher haben einen Roboter entwickelt, der Handtücher aufhebt, faltet und aufeinander stapelt.

Hat also der ungelenke Roboter, der auf den nichtssagenden Namen PR2 hört und für das Falten eines Handtuchs rund 20 Minuten braucht, seinen Platz im Museum überflüssiger Erfindungen sicher? War der sechsstellige Dollarbetrag, den die National Science Foundation zu seiner Entwicklung beigesteuert hat, pure Verschwendung? Mitnichten.

Denn die Forscher halten ihn für die erste Etappe auf dem Weg zu einer technischen Revolution. "Das Aufregende an dem Roboter PR2 ist nicht, dass wir jetzt ein Gerät haben, das Handtücher falten kann“, sagt UCB-Professor Pieter Abbeel. "Vielmehr haben wir eine völlig neue Fähigkeit programmiert.“ Erstmals könne ein Roboter dreidimensional sehen, Veränderungen an Objekten erkennen und sich darauf einstellen.

Die Fähigkeiten von Robotern sind bislang sehr limitiert, sagt Abbeel. Sie sind gut darin, die immer gleiche Tätigkeit immer wieder zu vollrichten, wie in einer Endlosschleife, mit unglaublicher Perfektion. Niemand kann besser am Fließband in der Autoindustrie die immer gleiche Schraube an die immer gleiche Stelle eindrehen als ein Roboter. Vorausgesetzt, das Setting ist immer das Gleiche, jede Karosserie steht millimetergenau an der gleichen Stelle, die Schrauben sind immer gleich groß und schwer und sollen immer gleich fest gedreht werden. Weicht nur eine Variable ab, so sind Industrieroboter überfordert.

Schon eine vermeintlich so einfache Aufgabe wie das Falten eines Handtuchs bringt einen Roboter daher an seine Grenzen. Sie erfordert eine komplexe Kombination aus künstlicher Intelligenz, computerbasierter Sehfähigkeit und einer lernfähigen Maschine. Denn ein Handtuch zu falten ist gar nicht so trivial. Schließlich muss das Handtuch erst mal als Handtuch erkannt, die Ecken an der korrekten Stelle gegriffen und auf die richtige Weise übereinander gelegt werden.

Man muss erkennen, dass das plötzlich kleinere und dafür dickere Objekt immer noch ein Handtuch ist, muss umgreifen, noch mal falten und es dann auf einem Stapel ablegen. Das menschliche Gehirn vollführt zunächst komplexe Berechnungen, um diese Aufgabe zu bewältigen, entwickelt dann eine Routine und schließlich faltet sich ein Handtuch wie von selbst. Die Voraussetzungen dafür: Dreidimensionales Sehen, das Verständnis sich verändernder Formen und die Fähigkeit zu lernen.

Schafft man es also, einen Roboter zu programmieren, der diese drei Fähigkeiten in sich vereint, ist das ein Schritt zu echter künstlicher Intelligenz.

Die kalifornischen Forscher haben es geschafft. Richtig menschlich wirkt es, wenn der Roboter die Handtücher erst mal kritisch beäugt, danach daran zupft, bevor er sie faltet und die Teile dann beinahe schon liebevoll glattstreicht.

Die Technik wurde von der US-Robotikspezialfirma "Willow Garages" zur Verfügung gestellt: Ein Roboter mit Kopf und Greifarmen, der jeder x-beliebigen Science-Fiction-Serie entsprungen sein könnte. Statt Augen hat er zwei hochauflösende Digitalkameras im Kopf. Zwei deshalb, weil zwei zusammengefügte Bilder aus leicht verschiedenen Perspektiven dreidimensionales Sehen ermöglichen. Die Arme können sich vor, zurück, hoch und runter bewegen, klauenartige Zangen können zupacken, dazu kann sich noch der Rumpf nach rechts und links bewegen. Das ermöglicht die Bewegung im Raum. Und dann natürlich ein Computerprogramm, dessen Algorithmus all diese technischen Anlagen zu einem Gesamtwerk zusammenfügt und einen Bewegungsablauf kreiert, der dem knuffig aussehenden PR2 ermöglicht Handtücher zu falten.

Schon seit Jahren arbeiten Forscher und Ingenieure daran, Maschinen das dreidimensionale Sehen beizubringen. Dazu setzte die Industrie bislang vor allem auf laser- oder infrarotbasierte Systeme. Dabei wird – je nach Technologie – entweder Laserlicht oder ein Farbmuster im infraroten Bereich emittiert. Die Umgebung reflektiert die Lichtsignale, ein Rezeptor empfängt sie und ein Computer kann daraus ein Umgebungsbild errechnen. Der Nachteil: Die Systeme sind extrem unflexibel und teuer.

Deshalb nehmen sich Ingenieure das menschliche Auge zum Vorbild. So haben beispielsweise Ingenieure des Austrian Institute of Technology (AIT) in Wien Mitte vergangenen Jahres ein künstliches Augenpaar entwickelt, bei dem zwei Digitalkameras, eine Farbkamera und ein Computer dafür sorgen, dass die aufgezeichneten zweidimensionalen Bilder in Echtzeit zu einem 3D-Modell verarbeitet werden. Dabei werden die aus leicht verändertem Winkel synchron aufgezeichneten Kamerabilder Pixel für Pixel verglichen, um daraus ein räumliches Bild zu erzeugen. Genau so "sieht“ auch der Berkeley-Roboter PR2. Der einzige Nachteil dieses Systems: Es ist nachtblind. In dunklen oder extrem grell ausgeleuchteten Räumen stoßen diese Kamerasysteme an ihre Grenzen.

Auch die Österreicher haben schon einen Roboter gebaut, der – dank des AIT-Augenpaars – dreidimensional sehen kann: Im Rahmen des EU-Projekts "Robots@Home“ bauten die AIT-Forscher gemeinsam mit ihren Kollegen von der Technischen Universität Wien den Roboter "James“, der in einer Ikea-Filiale seinen großen Auftritt hatte: Der künstliche Butler kann dank seiner dreidimensionalen Sehfähigkeit Gegenstände sehen, nach ihnen greifen und sie anheben. Mehr allerdings noch nicht – sie zu falten oder anderweitig zu verarbeiten, dazu reicht es noch nicht. Da ist der kalifornische Algorithmus dem österreichischen noch ein paar Schritte voraus.

Aber wozu das Ganze? Nun, da wäre der Traum eines Haushaltsroboters, der der fauler werdenden Menschheit Stück für Stück die Hausarbeit abnimmt – schließlich ist der Schritt vom handtuchfaltenden zum fensterputzenden, staubsaugenden oder kochenden Roboter nicht mehr allzu weit. Viel wichtiger, da sind sich die Forscher einig, sind industrielle Anwendungen. Ob in der Automobilindustrie oder im Maschinenbau: Roboter könnten schon bald immer neue Aufgaben übernehmen, die darüber hinausgehen, stur wie in einer Endlosschleife immer wieder das gleiche zu tun.

© WELT Online

Quelle: GMX.de

--------------------------------------------------------------------------
You think you KNOW me ?! - You ain´t seen NOTHING yet !

"Damit ihr wißt, wie es ist, in der Hölle zu sein,
damit ihr wißt, wie es ist, nach Erlösung zu schrei´n,
nur deshalb komm´ ich zurück,
mit flammendem Blick,
ich nehm´ das letzte Streichholz
und verbrenne eure schöne, heile Welt!"
(Oomph!)

Phobos - Daimos - Thanatos

 
Private Nachricht schicken E-Mail senden Startseite
Nemesis (M+)

Avatar

Registriert: 31.03.2004
Beiträge: 1238

21.08.2011 - 03:18: RE: Neuer Roboter ist Meilenstein auf dem Weg zu einer KI | Zitieren Zitieren

Freitag, 19.08.2011, 11:12 Uhr
Neuer Chip-Prototyp ahmt menschliches Gehirn nach

Armonk (dpa) - Forschern des Technologie-Konzerns IBM ist nach eigenen Angaben ein Durchbruch bei der Entwicklung eines "intelligenten" Chips gelungen. Dank einer komplett neuartigen Architektur könne der Chip in Grundzügen Fähigkeiten des menschlichen Gehirns nachbilden, teilte das Unternehmen mit.


Die erstmals vorgestellten Prototypen seien zum Beispiel in der Lage, das Computerspiel Pong zu spielen, die Zahlen 0 bis 9 zu "erkennen" und zu navigieren, hieß es. Sie sollen den Grundstein dafür legen, künftig "lernende Computer" zu entwickeln.

Die Prototypen wurden von Ingenieuren des IBM-Forschungszentrums Almaden in Kalifornien hergestellt und gehen jetzt in die Testphase. Sie sind zwar wie gewöhnliche Mikroprozessoren aus Silizium gebaut, ihre Architektur ist aber nicht linear, sondern den neurobiologischen Strukturen des menschlichen Gehirns nachempfunden. So sollen Grundfunktionen ermöglicht werden, die der menschlichen Wahrnehmung, dem Erkennen und dem Reagieren ähneln. Ziel ist es unter anderem, einen Computer zu entwickeln, der sensorische Daten aufnimmt, sie analysiert und sich darauf aufbauend dynamisch neu gestaltet und agiert.

Im Unterschied zur traditionellen "Von-Neumann-Architektur& quot;, bei der programmierte Befehle sukzessive abgearbeitet werden, sollen Computer mit dem neuen Chip selbständig Erfahrungen machen und «lernen» sowie Zusammenhänge selbst erkennen und Hypothesen bilden können. Künftig würden Anwendungen der Informatik immer anspruchsvoller, dass sie mit heutigen Mitteln nicht mehr effizient realisiert werden könnten, sagte Dharmendra Modha, Projektleiter des Instituts. Die neuen Prototypen läuteten eine neue Generation von Computern und Anwendungen in Wirtschaft und Wissenschaft ein. Wann mit einem fertigen Produkt zu rechnen ist, wurde nicht genannt.

Das Forschungsprojekt "SyNAPSE" (Systems of Neuromorphic Adaptive Plastic Scalable Electronics) ist ein Projekt des US-Verteidigungsministeriums. Wissenschaftler von IBM und Hewlett-Packard sowie des zu General Motors und Boeing gehörenden Forschungslabors HRL Laboratories wirken seit 2008 daran mit.

Quelle: GMX.de

Edit: Vergleiche auch mit dem umgekehrten Ansatz in der Schweiz, ein Gehirn mit technischen Mitteln nachzubauen: http://5395.forums.motigo.com/ ?action=messages_show&boar dmessage_id=581862

--------------------------------------------------------------------------
You think you KNOW me ?! - You ain´t seen NOTHING yet !

"Damit ihr wißt, wie es ist, in der Hölle zu sein,
damit ihr wißt, wie es ist, nach Erlösung zu schrei´n,
nur deshalb komm´ ich zurück,
mit flammendem Blick,
ich nehm´ das letzte Streichholz
und verbrenne eure schöne, heile Welt!"
(Oomph!)

Phobos - Daimos - Thanatos

(Editiert am: 21.08.2011 03:22 von Nemesis)
 
Private Nachricht schicken E-Mail senden Startseite
Seite: 1 Antworten Antworten
Schnellzugriff:
Kostenlose Zähler und Statistiken für Ihre Website bei www.motigo.com
Get free forums, guestbooks, calendars, shorturls and web statistics at motigo.
Site Information