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Nemesis' Hallen der Erkenntnis
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Nemesis (M+)

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14.11.2011 - 19:53: Über Hochsensible | Zitieren Zitieren

14.11.2011, 16:30 Uhr
Zarte Antennen

Handyklingeln, TV-Werbung, Worte, Berührungen, Gerüche - jedes Gehirn verarbeitet täglich unzählige Sinneseindrücke. Für besonders empfindsame Zeitgenossen kann die Datenflut aber zur Qual werden.


"Guten Tag, Angelique, hochsensibel…", sagt die blasse Frau mit den großen Kinderaugen - und fällt prompt in Ohnmacht. Angelique ist nicht krank, sondern so empfindsam, dass ein normaler Kontakt zu ihren Mitmenschen fast unmöglich ist. Dieses Schicksal teilt sie mit ihrem neuen Chef. Mit welchen Schwierigkeiten zart besaitete Personen im Alltag kämpfen, hat Regisseur Jean-Pierre Ameris in seiner Komödie "Anonyme Romantiker" hinreißend beschrieben - vielleicht ist ihm das auch deshalb so gut gelungen, weil er sich selbst zu den Hochsensiblen zählt.

Besonders empfindsame Menschen nehmen Sinnesreize stärker und intensiver wahr als andere, sie sind eher erschöpft, schnell aus dem Häuschen und scheinbar weniger belastbar. Wer ein dünnes Nervenkostüm hat, hält sich deshalb von lautem Trubel möglichst fern. Andererseits erspüren Betroffene auch subtile Stimmungen besonders gut. Dass dies keine Einbildung ist, bestätigt Malek Bajbouj, Professor für Psychiatrie an der Charité Berlin: "Es gibt in der Tat Menschen, die im Vergleich zu anderen besonders deutlich auf alle Sinnesreize reagieren." Während für die meisten Menschen Autolärm auf der Straße nur Hintergrundgeräusch ist, klingeln empfindlichen Personen also schon die Ohren.

Lädierte Sinnesfilter
Normalerweise blendet das Gehirn die Vielzahl an unwichtigen Informationen, die permanent über Augen, Ohren, Nase und Haut eingehen, einfach aus. "Bei extrem sensiblen Menschen funktioniert dieser Filter aber nicht", erklärt Bajbouj im NetDoktor.de-Gespräch. Wie ein Schwamm saugen sie alles auf, was die Umwelt an Sinnesreizen zu bieten hat. Die Folge: Schon nach kurzer Zeit ist ihr Gehirn überfordert, weil das Nervensystem nur eine bestimmte Menge an Informationen verarbeiten kann. Und das passiert viel schneller als bei normal Sensiblen. "Alles fiel mir schwer", sagt auch Jean-Pierre Ameris in einem Interview mit dem ZDF. "Mit jemandem Essen zu gehen oder überhaupt andere Leute zu treffen - fast unmöglich." Der Schutz vor noch mehr Sinneseindrücken in Form von Ruhe ist oft das Einzige, was hilft. Sensible können ihre Mitmenschen daher auch schnell mal vor den Kopf stoßen: Sie verfallen scheinbar ohne Grund von einer Minute auf die andere in tiefes Schweigen, verlassen fluchtartig Partys und Konzerte oder reagieren schroff und abweisend, wenn jemand sie mit einer Bitte oder Aufgabe konfrontiert.

Kein Softie-Phänomen
Die US-amerikanische Psychologin Elaine Aron hat Ende der 1990er Jahre sogar einen Begriff für dieses Phänomen geprägt: Hochsensible Ihr Buch "The Highly Sensitive Person" wurde in Amerika ein Kassenschlager. Rund 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung gehörten zu dieser Personengruppe, so Aron. Gestandene Herren ebenso wie die sowieso als gefühlsduselig eingestuften Damen.

HSP nehmen nach Arons Definition aber nicht nur Sinneseindrücke viel intensiver wahr, sondern empfinden auch Gefühle wie Freude, Trauer oder Wut besonders stark. Darüber hinaus sind sie schneller gekränkt und grübeln gerne - über sich, die Welt, den Sinn des Lebens oder über ganz banale Dinge: Zum Beispiel die lapidare Bemerkung der besten Freundin vor vier Wochen oder ob sie lieber einen Cappuccino und Latte Macchiato hätten.

Symptom statt Krankheit
Aber existiert HSP als isoliertes Phänomen wie von Aron beschrieben überhaupt? "In der Fachwelt ist das umstritten", sagt Bajbouj. Es gibt keinen Diagnosekatalog, sondern lediglich einen Fragebogen, den Elaine Aron entwickelt hat. Unter Kritikern gilt HSP daher auch nicht als eigenständige Krankheit, sondern eher als Symptom. "Wenn ein Patient zum Arzt geht und über eine erhöhte Empfindlichkeit klagt, sollte man zuerst abklären, ob nicht andere Beschwerden dahinter stecken", rät Bajbouj. Eine gesteigerte Sensibilität findet sich zum Beispiel nicht nur beim Burnout-Syndrom, sondern auch bei schizophrenen Menschen kurz vor dem Ausbruch einer Psychose.

Meditieren gegen die Reizflut
So unangenehm die tägliche Reizüberflutung ist - ganz machtlos ist niemand dem Wahnsinn aus Sinneseindrücken ausgeliefert - egal ob ein Mensch unter Burnout leidet oder einfach von Natur aus ein sensibleres Nervenkostüm hat.

"Sofern keine schwere Krankheit wie etwa eine Schizophrenie vorliegt, kann man mit bestimmten Entspannungstechniken wie Autogenem Training oder Meditation sehr rasch Erfolge erzielen", weiß Bajbouj. Wichtig dabei sei, die Balance zwischen der inneren und äußeren Wahrnehmung wiederherzustellen. Jean-Pierre Ameris haben vor allem die Besuche in der Selbsthilfegruppe "Die anonymen Hochsensiblen" geholfen: "Ich kann die Sache inzwischen mit mehr Humor nehmen und vor allen Dingen damit leben."

Ein Blick genügt
Und die sensiblen Züge haben nicht nur Nachteile. Wer der gesamte Spektrum seiner Umwelt wahrnehmen kann, hat oft einen besonders gutes Händchen für Harmonie - nicht nur was Farben oder Formen angeht, sondern auch Zwischenmenschliches. Feine Antennen zahlen sich daher nicht nur in kreativen Berufen aus. Denn Menschen mit hoher Empfindsamkeit wissen oft schon mit einem Blick, was Sache ist: die komische Stimmung im Büro, ob die Freundin gerade lügt oder welche eigentlich unbekannten Menschen wie zusammengehören. Und diese Gabe ließe sich ja nutzen. Die schüchterne und gehemmte Angelique im Film jedenfalls rettet mit ihren ungewöhnlichen Pralinenkreationen die Schokoladenfabrik ihres Chefs vor der Pleite.

Quelle: "Zart besaitet" Verein zur Förderung und Pflege der Belange hochempfindlicher Menschen (www.zartbesaitet.net, Abruf 09.11.2011)

Informations- und Forschungsverbund Hochsensibilität (www.hochsensibel.org, Abruf 09.11.2011)

© NetDoktor.de GmbH

Quelle: GMX.de

Mein Kommentar: Das Problem kennen alle Erwachten. Zwar würde ich sie nicht als hochsensibel einstufen wie in den hier geschilderten Extremfällen, aber auf jeden Fall sind sie sensibler als normale Menschen, haben eine gesteigerte Intuition, was es ihnen ermöglicht, hinter die Masken der Menschen und die Fassaden des Seins zu blicken. Die Anzahl der HSP, die hier angegeben wird, erscheint mir allerdings sehr hoch, ich würde die Zahl der Personen, die das Potential zum Erwachen haben/hätten, beispielsweise auf max. 10% schätzen, und HSP sollten eigentlich noch weit weniger sein, aber gut, ich kenne zu wenig Fälle, um verlässliche Daten ableiten zu können. In jedem Fall ein sehr interessanter Artikel.

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