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Nemesis' Hallen der Erkenntnis
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Nemesis (M+)

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24.02.2016 - 14:59: Peter Lustig ("Löwenzahn") verstorben | Zitieren Zitieren

"Löwenzahn"-Moderator gestorben
Peter Lustig ist tot
Stand: 24.02.2016 12:09 Uhr

Der langjährige Moderator der ZDF-Kindersendung "Löwenzahn", Peter Lustig, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Das bestätigte das ZDF. Lustig prägte die Kindheit mehrerer Generationen - und wird vielen als Tüftler in blauer Latzhose und mit Nickelbrille in Erinnerung bleiben.


Der langjährige Moderator der ZDF-Kindersendung "Löwenzahn", Peter Lustig, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Das bestätigte das ZDF. Demnach starb er bereits gestern im schleswig-holsteinischen Husum im Kreise seiner Familie. "Tüfteln, Forschen, Entdecken - das war die Welt von Peter Lustig. Über 25 Jahre war er eine Institution im deutschen Kinderfernsehen und das Gesicht der ZDF-Kultsendung 'Löwenzahn'", sagte ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler.

Generationen von Kindern wuchsen mit "Löwenzahn" auf.
Lustigs Markenzeichen waren dabei seine blaue Latzhose und die Nickelbrille, die er stets in der Sendung trug. Er spielte darin einen Tüftler, der in einem alten Wohnwagen im Grünen wohnt. Mit kindgerechten Versuchen und Ideen erklärte Lustig den kleinen und großen Zuschauern - und seinem Seriennachbarn Paschulke - die Welt der Wissenschaften und sensibilisierte sie für die Umwelt.


Auszeichnung mit Bundesverdienstkreuz

Lustig wurde 1937 in Breslau geboren. Er war gelernter Rundfunkmechaniker und studierter Elektrotechniker und kam als Tonmeister zum ZDF. Der Sender holte Lustig 1979 für die Reihe "Pusteblume" - dem "Löwenzahn"-Vorgänger - vor die Kamera. Doch er war nicht nur der Protagonist der Sendung, sondern von Anfang an auch Autor und Texter. Nach seinem Abschied vom Bildschirm nach 25 Jahren "Löwenzahn" im Herbst 2005 wurde Peter Lustig im Jahr 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Quelle: tagesschau.de

Mein Kommentar: Ich kannte ihn und seine Sendung natürlich auch aus meiner Kindheit. Aber auch wenn man über die Toten ja nichts schlechtes sagen soll, hatte ich vor einigen Jahren gehört, daß Peter Lustig privat als Person sehr schwierig und "grantelig" gewesen sein soll, ähnlich wie Charles Chaplin ... In Erinnerung soll und wird er uns aber bleiben als eine Ikone aus der Zeit, als im TV noch interessante und das Denken fördernde Sendungen nicht nur für Kinder liefen.

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"Damit ihr wißt, wie es ist, in der Hölle zu sein,
damit ihr wißt, wie es ist, nach Erlösung zu schrei´n,
nur deshalb komm´ ich zurück,
mit flammendem Blick,
ich nehm´ das letzte Streichholz
und verbrenne eure schöne, heile Welt!"
(Oomph!)

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Nemesis (M+)

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Registriert: 31.03.2004
Beiträge: 1238

25.02.2016 - 12:42: RE: Peter Lustig ( | Zitieren Zitieren

Peter Lustig mochte gar keine Kinder? -Die Entstehung eines boshaften Gerüchts
Von
Michael Wollny
Aktualisiert am 25. Februar 2016, 10:21 Uhr

Peter Lustig ist am Dienstag im Alter von 78 Jahren im Kreis seiner Familie verstorben. Schnell war die alte Behauptung kursiert, der sympathische Moderator der ZDF-Kindersendung "Löwenzahn" habe Kinder gar nicht gemocht. Doch was ist dran an dieser Geschichte?


Kurz nachdem die Meldung über den Tod von Peter Lustig am Mittwochmittag bekannt geworden war, tauchte auch in unserer Nachrichtenredaktion eine alte Geschichte wieder aus der Versenkung auf.

"Da hieß es doch mal, dass er gar keine Kinder gemocht hat", stellte ein Kollege fest. Und auch in vielen Internet-Foren und Blogs kursiert die Frage: Hat Peter Lustig Kinder eigentlich gehasst?

Kaum zu glauben bei einen Mann, der über zwei Jahrzehnte lang auf so charmante Weise und mit ehrlicher Leidenschaft Fernsehen für Kinder gemacht hatte.

Für uns war diese Geschichte in diesem Moment kein Thema, weil sie sich nicht ohne konkrete Fakten und Quellen über den Status eines Gerüchts hinaus entwickelte und sich somit als haltlose Fußnote verbot.


Journalist bringt Licht ins Dunkel

Nun aber bringt Kai Biermann Licht ins Dunkel. Der heutige Redakteur der "Zeit" hatte Peter Lustig 2002 anlässlich seines 65. Geburtstags für die "Stuttgarter Zeitung" interviewt. In einem Berliner Café stellte der Journalist dem Moderator in entspannter Atmosphäre seine Fragen.

Biermann erhielt inhaltstiefe Antworten, die ihn so faszinierten, dass er das Interview ohne persönliche Einfärbung und redaktionelle Zusatzstoffe in seiner Reinform als Gesprächsprotokoll veröffentlichte.

Hier findet sich der Ursprung für das Gerücht vom "Kinderhasser" Peter Lustig. Und es ist blanke Ironie, dass Lustig in eben diesem Interview eine Gegenfrage stellte, selbst die Antwort gab und damit in gewisser Weise das Gerücht erklärte, welches sich erst nach dem Interview verbreiten würde:

"Wenn mich etwas stört, ist es Dummheit. Jemand, der nur noch wahrnimmt, was er sehen will, beraubt sich doch all dieser tollen Möglichkeiten. Mensch, wir haben das Gehirn, und wozu wird es benutzt? Zum 'Bild'- Zeitung-Lesen. Das ist eine solche Verschwendung."

Jeder Journalist lerne irgendwann, dass geschriebene Ironie nicht funktioniere, erklärt Biermann zur Geburtsstunde einer Unwahrheit, die sich bis zum Tod von Peter Lustig hartnäckig halten sollte.

"Wir brauchen den Tonfall, den Gesichtsausdruck, um ironische Bemerkungen richtig interpretieren zu können. Die Worte genügen im Zweifel nicht. Ich lernte es an diesem Text."

Aber was war passiert?

Biermann hatte Lustig zu seiner Arbeit mit Kindern befragt, zu der Fähigkeit, den Kleinen als Erwachsener auf Augenhöhe zu begegnen.

"Ich kann gut mit Kindern umgehen", hatte Lustig geantwortet. "Vielleicht weil ich ihnen sage: Ich nehme dich so, wie du bist, du mich aber bitte auch, und so kommen wir gut klar. Sicher, Kinder stören und sind klebrig, na und? Das wissen die doch selbst."

Ein Wissen, über das 99 Prozent aller Eltern verfügen dürften.

Biermann jedenfalls hielt das "für einen großartig ironischen Satz, der zeigte, wie entspannt Lustig im Umgang mit Kindern war." Er akzeptierte Kinder so wie sie nun mal sind und manipulierte sie nicht so, wie sie aus Sicht eines Erwachsenen gefälligst sein sollten.

Lustig verfügte über die nötige Empathie, um Kindern mit Respekt zu begegnen. Eine bewundernswerte Fähigkeit und zweifellos keine Selbstverständlichkeit.

In einer Fernsehwelt, in der Regisseure den Ton an- und strenge Ablaufpläne den Takt vorgeben sei wenig Platz für die Spontanität und Verspieltheit von Kindern, ließ Lustig durchblicken. Man würde Kindern geradezu Gewalt antun, sie in solche Formate zu pressen.

Lustig mochte Kinder. "Nur in der Sendung möchte ich sie nicht, mit Kindern zu drehen ist anstrengend, und sie gehören einfach nicht vor die Kamera. Das ist Quälerei, immer."

Auch diese ehrliche Antwort faszinierte den Journalisten Biermann, "weil es zeigte, wie viel Verständnis Peter Lustig für Kinder und ihre Bedürfnisse hatte." Biermann konnte die Aussagen einordnen, er selbst hatte sie im Gespräch mit Peter Lustig erarbeitet, hatte die Ironie und Süffisanz in den Worten gespürt.

Anderen fehlte diese Nähe zum Gesagten und so wurde das Gesagte prompt zur Fehldeutung.


Was für ein "Schock-Geständnis"?

"Peter Lustig - ich kann Kinder nicht leiden", titelte die "Bild am Sonntag" fern der wahren Aussage, wie sich Biermann erinnert. Und die "Hamburger Morgenpost" zog mit einem "Schock-Geständnis" nach.

In dem Artikel wurde Lustig gefragt, ob ihn denn "alle guten Geister verlassen" hätten. Lustigs ironische Feststellung, Kinder seien "klebrig, störend und laut", war für die MoPo "Ein Skandal!"

Biermann erkannte sofort die unfreiwillige Quelle für die bösartige Unterstellung und schrieb Lustig eine ausführliche Entschuldigung. "Peter Lustig bewies noch einmal, was für ein großartiger Mensch er war, er hatte Verständnis und machte mir keinen Vorwurf", erinnert sich der Journalist.

Biermann hatte nichts Unredliches getan. Eine Feststellung, welche die Urheber der Unterstellung, ebenso wie die Multiplikatoren, für sich nicht wirklich in Anspruch nehmen konnten. Ein Rückfragen hätte das Gerücht verhindert, ein Hinterfragen wahrscheinlich auch.

Peter Lustig, Mitte der Achtzigerjahre schwer an Lungenkrebs erkrankt, hatte seinem Sohn rührende, kindgerechte Briefe aus dem Krankenhaus geschrieben. "Ein Mensch, der Kinder hasst", meinte eine Kollegin in unserer Nachrichtenredaktion, "der tut so etwas nicht."

Ein wahrer Gedanke. Die Wahrheit.

Quelle: GMX.de

Mein Kommentar: Das war wohl der "Vorfall", der mir noch dunkel im Gedächtnis haften geblieben war, und gerne trage ich meinen Teil dazu bei, ihn aufzuklären und richtigzustellen.

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